Über sechzig Jahre

Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval Sitz Mainz

Im Jahr 2006 konnte die Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval e.V. ("IGMK") auf eine 60-jährige Tätigkeit zurückblicken, die seit der Gründung, am 5. Februar 1946 in Alzey, ihren Sitz in Mainz hat und im Vereinsregister beim Amtsgericht in Mainz unter der Nummer VR 1271 eingetragen ist.

Die IG Mittelrhein gehört dem Bund Deutscher Karneval e.V. (BDK), Sitz Köln, an und ist die regionale Dachorganisation der Karnevalvereine im mittelrheinischen Raum. Das Präsidium unterteilt die IG Mittelrhein in acht örtliche Bezirke. Der Bezirk Mainz / Rheinhessen zählt 2008 über 100 Vereine, Clubs, Korps, Gesellschaften, darunter als älteste die Mainzer Ranzengarde von 1837, den Mainzer Carneval-Verein 1838 und die Mainzer Kleppergarde 1856 sowie die Wormser Narrhalla von 1840.
 

Im Bezirk II sind rund 50 Vereine aus dem Großraum Frankfurt zusammengefasst/ darunter als ältester der Karnevalsverein "Heddemer Käwwern" 1882.

Der Bezirk III umfasst den Raum Darmstadt/Odenwald. Unter den ca. 50 Vereinen ist die Karnevalgesellschaft 1846 in Darmstadt der älteste.
 

Der Main-Kinzig-Raum ist im Bezirk IV mit rund 40 Vereinen repräsentiert. Unter den Vereinen hat die Narrengilde im TV 1861 Neu-Isenburg das älteste Gründungsdatum.

Im Bezirk V - Mittelrhein-Nahe - ist der zweitälteste Verein der IG Mittelrhein unter insgesamt 55 Vereinen des Bezirks erfasst: der Binger Karneval-Verein von 1833. Zweitältestes Mitglied des Bezirks ist die Große Karneval-Gesellschaft Bad Kreuznach, gegründet 1846.

Im Bezirk VI sind 54 Vereine aus dem Main/Taunus-Raum zusammengefasst. Ihm gehört der älteste Verein der IG Mittelrhein an: der Camevalverein Bad Camberg von 1832. Die Carnevalgesellschaft "Fidelio" wurde 1880 in Hochheim gegründet.
 

105 Vereine zählt der Bezirk VII in Oberhessen. Der Karnevalsverein Kikiriki Freiensteinau wurde 1901 gegründet.

Der Bezirk VIII Wiesbaden/Rheingau hat 34 Vereine, darunter die Wiesbadener Carneval- Gesellschaft „Sprudel" von 1862 als ältestes Mitglied.

Die IGMK ist mit nahezu 500 Mitgliedsvereinen der mitgliederstärkste Regionalverband im BDK.

Das Alter einzelner Vereine im Bereich der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval zeigt, dass die Fastnachtstradition in fast allen IGMK-Bezirken weit in das vergangene Jahrhundert zurückreicht. Es lässt sich zurückverfolgen, dass die organisierte Fastnacht, die 1823 in Köln ihren Ausgangspunkt hatte, rheinaufwärts über Bingen in die heutige Festmetropole Mainz wanderte und sich dann im heute zu Rheinland-Pfalz gehörenden Rheinhessen und in den früheren Provinzen Hessen-Nassau, Starkenburg und Oberhessen des früheren Staates Hessen ausbreiteten.
In Mainz wurde von 1837 bis 1848 die politisch-literarische Form des Karnevals entwickelt die auch für die meisten der im Laufe von 150 Jahren ins Leben gerufenen Fastnachtsgesellschaften Richtschnur war und ist.

Unsere Präsidenten bei der Verleihung der
IGMK-Verdienstorden in Gold 1979
   Karl Linker                Philipp Becker           Karl Moerlé

Mehr als ein Jahrhundert nahm in einzelnen Bezirken der Region die Ausbreitung der organisierten Fastnacht in Anspruch. Viele Elemente und Funktionen des fastnachtlichen Brauchtums sind aus jener Zeit in ihrer Vielfalt bis heute erhalten geblieben.
Unterschiedlich sind die Schwerpunkte der Fastnachtsaktivitäten in den einzelnen Bezirken. Karnevalistischer Tanz nach strengen Turnierregeln wird nördlich von Frankfurt mehr gepflegt als etwa in dem von Mainz beeinflussten Raum. Seit 1991 veranstaltet auch die IG Mittelrhein jährlich ein BDK-Qualifikationsturnier, bei dem auch eine IGMK-Meisterschaft und Hessenmeisterschaft ausgetanzt wird.
In der am 11. Oktober 1992 ergänzten Satzung ist festgelegt, dass die IGMK ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgt. Sie unterstützt die ihr angehörigen Vereine in dem Bestreben, das fastnachtliche Brauchtum und Gemeinschaftswesen zum Wohle aller in bodenständiger und heimatverbundener Weise zu wahren, zu fördern und fortzubilden.
Sowohl der Straßenkarneval mit Umzügen vom Neujahrstag bis Fastnachtdienstag als auch die Saalfastnacht mit Masken- und Kostümbällen, vor allem aber mit Sitzungen für Herren bzw. mit Damen werden im Bereich der IG Mittelrhein seit über 16O Jahren als Brauchtum gepflegt. Dazu ist in der Satzung festgelegt: "Die Fastnacht soll sich durch volksverbundenen und sauberen Humor, frei von persönlichen kommerziellen Bestrebungen auszeichnen."
Die Gründung der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval im Februar 1946 in Alzey (Rheinhessen) war insofern eine Wiedergründung, als sich schon am 10. Oktober 1937 in Speyer 77 Delegierte aus 17 (von 29 eingeladenen) Vereinen zur ersten Arbeitstagung südwestdeutscher Karnevalvereine getroffen hatten.
Seit 1946 bestimmten drei Präsidenten die Geschicke der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval. Der 1946 zum ersten Präsidenten der IG Mittelrhein gewählte MCV -Präsident Karl Moerle (Mainz) amtierte bis 1968. Nachfolger wurde der Präsident des Großen Rates der Stadt Frankfurt Karl Linker. In seine Amtszeit fiel der 1971 erklärte Austritt der IG Mittelrhein aus dem Bund Deutscher Karneval weil sich die IGMK im BDK-Präsidium unterrepräsentiert fühlte und weil eine Beitragserhöhung nicht die Billigung der IGMK fand.

Nachfolger des - wie Karl Moerle - zum Ehrenpräsidenten der IG Mittelrhein ernannten Karl Linker wurde 1974 bis 2007 (im Präsidium seit 1967) Philipp Becker, ehemals Präsident der „Eiskalten Brüder" Mainz-Gonsenheim und Vizepräsident der IG. Unter seiner Führung trat die IG Mittelrhein 1978 wieder dem BDK bei. IGMK-Präsident Philipp Becker wurde als einer der damals zwei Vizepräsidenten in das BDK-Präsidium gewählt. In Folge wurde Philipp Becker mehrfach im Amt bestätigt.
Im Jahr 2000 trat Philipp Becker nicht mehr zur Wahl als BDK-Vizepräsident an und wurde zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt.

Philipp Becker wurde ferner 1982 Präsident der Närrischen Europäischen Gemeinschaft, der außer dem BDK die Außenbeauftragten der Länder Belgien, Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweiz und Liechtenstein angehören. Auch hier gab er das Präsidentenamt im Jahre 2000 ab und wurde als Ehrenpräsident ebenfalls auf Lebenszeit gewählt.

Die IGMK hat ihren Sitz in Mainz. In den Organen des BDK ist die IG Mittelrhein mit einigen Präsidiumsmitgliedern vertreten. 

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